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Donnerstag, 28. Juni 2018

Begegnungsängste baut man am einfachsten kulinarisch ab. Die Feierabendbegegnung der Egolzwiler mit den "vorläufig Aufgenommenen" der Gemeinde vom 21. Juni 2018 in der Raclettestube wurde mit einem Rundgang durch leckere Spezialitäten aus fünf verschiedenen Ländern eröffnet. Gefüllte Weinblätter aus Syrien, Momo aus Tibet oder Pastete aus dem Irak - das Buffet war reich gedeckt.

Annelies Schmid-Schärli, Sozialvorsteherin, führte am Donnerstag durch die Feier, die vom Gemeinderat und der Schule Egolzwil, anlässlich der Aktionswoche Asyl, in der Raclettestube stattfand. "Die Fremden in unserem Dorf sollen ein Gesicht bekommen", sagte Schmid-Schärli. Zusammen mit Agnes von Holzen Lehni, Heidi Barmet und Alois Hodel begleiteten sie die Flüchtlinge während der Vorbereitung und Durchführung des Anlasses. Wobei Heidi Barmet und Alois Hodel Flüchtlingsfamilien, wie die Familie Akbari, die seit drei Jahren mit ihren zwei kleinen Töchtern bei uns lebt, regelmässig durchs Jahr freiwillig unterstützen. Der Vater Abedin hat in Afghanistan studiert. Er ist lernbegierig und darf im Sommer eine Bäckerlehre beginnen. Abedin blickt in die Zukunft, denn zu schmerzlich war es für ihn, an diesem Abend von der Vergangenheit zu erzählen. Sonam Chompheltsang zeigte stolz Bilder von seinem Dorf im Tibet, inmitten grüner Felder und umgeben von Bergen. 2011 floh er aus seiner Heimat. Er vermisst die Familie sehr und trug deshalb ein traditionelles Lied vor, das von Heimweh handelt. Hoffnung über Familiennachzug hingegen schwang in Sivarangini Kunabalsasingams Worten mit. Die junge Witwe erzählte mit feuchten Augen von ihren drei Kindern, die bei der Grossmutter im Norden Sri Lankas aufwachsen und die sie seit sieben Jahren nicht gesehen hat. Der jüngste Sohn kennt die Mutter nur durch die Stimme am Telefon. Wenn es um Integration geht, sind die vier Kinder der Familie Salh ein Vorbild. Die Kurden aus Syrien bringen sich menschlich wie auch kulturell mit Herzen in die Gemeinde ein. Tochter Sulin trug ein prachtvolles Kleid, tanzte, spielte auf der Flöte und sang ein arabisches Lied, was ihre Mutter zu Tränen rührte. Aus dem Irak flüchtete die Familie Aliedani in die Schweiz. Zeinab, die jüngste Tochter, war damals noch ein Baby. Heute ist sie acht und unterhält sich mit ihren Freundinnen in fast perfektem Luzerner Dialekt. Die Eltern sind dankbar, ihren Kindern eine glückliche, und vor allem eine sichere Kindheit ermöglicht zu haben.

Spätestens bei Kaffee und würzigem Gebäck aus Afghanistan oder süssem Dodol und Rava Laddu aus Sri Lanka waren die letzten Begegnungsängste verschwunden. Aus Fremden sind Mitglieder der Gemeinde geworden. Beladen mit einem Teller fremdländischer Spezialitäten machten sich die Egolzwiler auf den Heimweg.

 
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