Wohnpräferenzen

Der Verband Luzerner Gemeinden, die Wirtschaftförderung Luzern, zusammen mit Vertreter der Immobilienbranche haben mit der Hochschule für Wirtschaft Luzern (Institut für Betriebs- und Regionalökonomie IBR) ein Projekt zu gestartet, mit dem die Gründe für Zu- und Wegzüge in eine Gemeinde ermittelt und statistisch ausgewertet werden soll. Ziel ist es, den Beteiligten Beurteilungsgrundlagen für die Erarbeitung oder Überprüfung ihrer Strategien und Projekte zu geben.

Die Gemeinde Egolzwil beteiligt sich am Projekt, der Gemeindepräsident arbeitet zudem im Kernteam dieses vom Bund unterstützten KTI Projektes mit.

Wohnpräferenzen
Die zielgerichtete Berücksichtigung der nachfrageseitigen Wohnpräferenzen der Haushalte ist von zentraler Bedeutung, sowohl für die öffentliche Hand (z.B. bei der Standortpromotion oder bei der strategischen Gemeindeentwicklung) als auch für Unternehmen (z.B. in der Immobilienbranche bei der Planung und Vermarktung von Bauvorhaben oder für Banken bei der Immobilienbewertung).
Es ist daher umso erstaunlicher, dass diesen Marktakteuren in der Schweiz bisher keine derartige Informationen und Analysen zur Verfügung stehen. Ziel des KTI- (Kommission für Technologie und Innovation) Projekts ist die Entwicklung eines Erhebungs-, Benchmarking- und Früherkennungssystems zur empirischen Analyse der nachfrageseitigen Wohnstandort-Präferenzen der Haushalte auf kommunaler und regionaler Ebene in der Schweiz. (Auszug Projektdefinition)

Egolzwil setzt für seine strategische Entwicklung stark auf das Element Wohnen und will sich als Wohn- und Lebensgemeinde weiter entwickeln und profilieren. Der Gemeinderat, vertreten durch den Gemeindepräsident hat sich deshalb früh in diesem Projekt engagiert.

Zusammen mit 86 anderen Gemeinden aus dem Kanton Luzern und der Region Zofingen, der Luzerner Wirtschaftsförderung und weiteren Vertretern aus der Wirtschaft am Projekt Wohnpräferenzen der Hochschule Luzern - Wirtschaft. Ziel ist es, ein System zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen zu entwickeln und die Resultate von Egolzwil mit den andern Gemeinden im Standortwettbewerb vergleichen zu können.

Erste Resultate im Frühling 2011
Die Daten werden ab dem 1. Juli 2010 mittels Befragung der um-, zu- und wegziehenden Haushalte erhoben. Diese sollen unter anderem Angaben zu ihrem Haushaltstyp, zur Ausbildung und zum Arbeitsort machen, sowie die Gründe nennen, weshalb sie sich bei der Wahl des Wohnorts für Eich entschieden haben bzw. weshalb sie wegziehen.
 
Gerechnet wird, dass mehrere tausend Personen an der Befragung teilnehmen. Die Informationen werden von der Hochschule Luzern – Wirtschaft ausgewertet. Die ersten Ergebnisse werden im Frühling 2011 vorliegen, die zweite Auswertung ist bis Ende 2011 geplant.

Unterstützung von Bund und Privatwirtschaft
Schweizweit gibt es kein ähnlich umfassendes Erhebungs-, Vergleichs- und Früherkennungsverfahren der Wohnpräferenzen der Haushalte. Deshalb wird es von der Förderagentur für Innovation KTI des Bundes unterstützt. Sie zahlt knapp die Hälfte – 240 000 Franken – der Kosten. Den Rest übernehmen vor allem der Kanton Luzern, Vertreter aus der Privatwirtschaft und die beteiligten Gemeinden in Form von Arbeitsleistungen. Ohne die Hilfe der Gemeinden und des Kantons wäre das Projekt nicht möglich.

Aussagen für die Gemeindeentwicklung
Die Gemeinde Egolzwil  weist in den letzten Jahren einen positiven Wanderungssaldo aus. Wie weit dies mit den strategischen Massnahmen des Gemeinderates zusammen hängt kann nur vermutete werden. Durch die Projektresultate verspricht sich der Gemeinderat Aussagen, die helfen, strategisch wichtige Punkte a zu identifizieren und herauszufinden, welche Verbesserungen noch angegangen werden müssen. Zudem ist es für den Gemeinderat auch sehr interessant zu erfahren, was Egolzwil im Vergleich zu andern Gemeinden besonders attraktiv macht oder wieso Leute wegziehen.

Blick in die Zukunft
Diese Art von Befragungen und Auswertungen sollte keine Einmalaktion sein, denn Strategien von Gemeinden und Wohngewohnheiten ändern sich
nicht sehr kurzfristig. Wenn eingeleitete Massnahmen auf ihre Wirkung überprüft und Veränderungen über die Zeit erfasst werden sollen,
müsste die Umfrage über lange Zeit in ähnlicher Form weitergeführt werden. Weil die finanzielle Unterstützung der verschiedenen Träger
zeitlich beschränkt ist, suchen die Projektverantwortlichen Wege für eine sinnvolle Weiterführung. Wenn das Projekt Erfolg hat, möchte
man es auf andere Kantone oder gar die ganze Schweiz ausweiten. In diesem Fall sollen die Erhebungen gewerbsmässig durchgeführt und die
erhobenen Daten kommerziell verwertet werden.

 
TYPO3 Agentur